Aegina

Montag, 04 Juli 2011 Kategorie: mit Übernachtung, Insel, Alle Berichte

Übernachten auf der Vulkan-Insel

Unser diesjähriger Inselausflug führte uns nach Aegina. Die Insel liegt im Saronischen Golf – unterhalb von Athen - und gehört zu den aktiven Vulkanen des ägäischen Inselbogens.

Wir starteten unsere Fahrt von Kastro aus in Richtung Hafen Methana. Am frühen Morgen fuhren wir einmal quer über die Gebirgsausläufers des Peloponnes in Richtung. (Die abenteuerliche Fahrt wäre bereits einen eigenen Ausflug wert gewesen.)  

In Methana angekommen buchten wir die Überfahrt nach Aegina (für uns und unser Auto – wir lernen ja dazu) und vertrieben uns die verbleibende Zeit mit einem lecker Mittagessen und einem Spaziergang durch Methana, welches nur aus der Hafenpromenade zu bestehen scheint.

Die Überfahrt von Methana nach Aegina dauert mit der Fähre circa 45 Minuten und führt direkt in den Hafen von Aegina Stadt. Um uns einen Überblick zu verschaffen, verließen wir direkt den hektischen Hafen und umrundeten die Stadt. Auf der Suche nach einem geeigneten Hotel erkundigen wir uns nach diversen Zimmerpreisen, haben unterschiedlichste Zimmer besichtigt, und wurden nach dem sechsten Anlauf endlich fündig. Durch diese Expedition konnten wir uns dann aber schon mal ein Bild der idyllischen Stadt machen, da uns unser Weg von Hotel zu Hotel einmal quer durch die Stadt geführt hat – durch die vielen verträumten und verwinkelten Gässchen.  

Endlich frisch geduscht stürzten wir uns sogleich ins abendliche Treiben. Die 4-spurige Straße entlang der Hafenpromenade wird abends für den Verkehr gesperrt und läd zum Bummeln ein. Viele Cafes, Bars und Restaurants reihen sich hier aneinander - mit Blick auf den Hafen und die schunkelnden Jachten. Wir schlenderten durch die kleinen Seitensträßchen (von denen viele nur für Fußgänger und Mofas zugänglich sind) und erkundeten die ein oder andere Boutique. Am Fischmarkt der Stadt entschieden wir uns für eine kleine Fischtaverne. Leider war der Fisch, der uns serviert wurde zu Tode paniert und wahrscheinlich aus der Gefriertruhe (schlecht war´s dennoch nicht). Unser nächtlicher Spaziergang führe uns vorbei an den vielen voll besetzten Tavernen. Nach einem kurzen Absacker ging es zurück in unser Hotel (neben dem Open-Air-Kino – wo kam das denn plötzlich her?).

Nach einer recht unruhigen Nacht machten wir uns auf zur Inselrundfahrt. Noch schnell am Hafen mit frischen Tiropita und Kaffee gestärkt und schon düsten wir am Meer entlang in Richtung Souvala. Der kleine Badeort ist vor allem für seine heilkräftigen Quellen bekannt. Die haben wir leider nicht gefunden - weshalb wir uns gleich wieder auf den Weg machten und der Straße ins Inselinnere folgten – und damit wieder ins Gebirge. Hier hat man einen herrlichen Ausblick auf das Meer, die umliegenden Inseln und das Festland. Die Landschaft ist durch Landwirtschaft geprägt. Es gibt über 40.000 Pistazienbäume auf Aegina – außerdem natürlich Olivenbäume aber auch Weinberge und die üblichen Obst- und Gemüsesorten.

Mitten im Nirgendwo weist plötzlich ein verlassener Wegweiser auf die Ruinenstadt Paleochora hin. Von der einstigen Inselhauptstadt, die zu ihrer Blütezeit aus 400 Häusern und 40 Kirchen bestand, sind heute noch 32 Kirchen erhalten. Auf alten, verfallenen Pfaden schlängelt sich der Weg bergauf zwischen den mittelalterlichen Ruinen hindurch. Einige der Kirchen stehen dem Besucher offen (auch wenn wir die einzigen Besucher weit und breit waren). Von hier aus hat man eine wundervolle Aussicht auf das Kloster Agios Nektarios, bei dem es sich um einen vielbesuchten Wallfahrtsort handeln soll. (Aufgrund unserer unpassenden Kleidung musste die Besichtigung leider ausfallen).

Den Schildern und der manchmal recht fragwürdigen Straße folgend, erreichten wir den Aphaia-Tempel. Das eingezäunte Gelände haben wir allerdings auch nur von außen betrachtet da uns der Sinn eher nach Kaffee als Kultur stand. Daher richteten wir unsere Aufmerksamkeit lieber auf den bekanntesten Ferienort der Insel: Agia Marina – wo wir bei einem netten Plausch mit einem Einheimischen endlich einen kühlen Frappe genießen konnten. Der Ort ist sehr touristisch ausgelegt. Der Hauptstraße entlang überbieten sich diverse Shops, die alle Kleidung, Schmuck, Schuhe und Souvenirs verkaufen. Am Strand entsteht ein Strandclub neben dem anderen und 2 Strandliegen unter einem Sonnenschirm kosten um die 10 Euro.

Das veranlasste uns das Örtchen fluchtartig zu verlassen und der Inselstraße in Richtung Süden zu folgen – nach der ein oder anderen kleinen Irrfahrt fanden wir wieder einmal einen verlassenen Wegweiser – diesmal zum Hellanios Zeus Tempel. Nachdem wir allerdings den Tempel auf Anhieb nicht gefunden haben – und auch unser Taschenbuch-Reiseführer keine große Hilfe war - gaben wir die Suche auf und vollendeten unsere Inselumrundung um in der Nähe von Aegina-Stadt ins Meer zu springen.

Nach einem leckeren Snack am Fischerhafen des Örtchens Perdika parkten wir das Auto am Straßenrand in der Nähe der Stadt und warfen uns in die Fluten (was aufgrund der vorhandenen Seeigel etwas langsamer von Statten ging). Leider besteht der Strand der gesamten Insel meist aus einem Stein/Sand-Mix. Badelatschen – so kitschig sie auch sind – sind hier echt von Vorteil!

Auch diesen Abend verbrachten wir in Aegina-Stadt – wir bummelten wieder durch die verschlafenen Gassen – vorbei an den unzähligen Kirchen und liebevoll renovierten Gebäuden. Nach einem wohlverdienten Ouzo gönnten wir uns ein Abendessen mit Blick aufs Meer – direkt am Strand. Da bei den lauen Nachttemperaturen alle Lokale und Geschäfte der Hafenpromenade gut besucht sind, lockt dies natürlich auch die üblichen Rosenverkäufer usw. auf den Plan. Wir staunten aber nicht schlecht, als plötzlich ein Artist auf der gesperrten Straße sein zirkusreifes Programm zum Besten gab – weshalb wir unseren Rückweg leider nochmal für ein aller-, allerletztes Bier unterbrechen mussten.

Am nächsten Morgen ging es nach einem schnellen Frühstück auch schon wieder auf die Fähre in Richtung Pireas.

 

Fazit:

Uns hat Aegina sehr gut gefallen – sowohl der Trubel am Hafen und in der Stadt, als auch die Abgeschiedenheit im Inselinneren im Gegensatz dazu. Trotz der vielen Touristen konnte sich die Insel ihren Charme bewahren. Da auch viele Einheimische hier Kurzurlaube verbringen, bietet es sich an, Ausflüge nach Aegina unter der Woche zu machen.

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