Kefalonia

Mittwoch, 01 Juli 2009 Kategorie: mit Übernachtung, Insel, Alle Berichte

Auf den Spuren von Captain Corelli´s Mandoline

Nur kurz vorweg: Planen ist nicht so unsere Stärke...

Wir parkten unser Auto im Hafen von Kastro-Kyllini und buchten dort eine Schiffsüberfahrt zum Hafen von Poros auf der Insel Kefalonia. Unser Vorhaben war, direkt im Hafen angekommen, einen Roller (oder ähnliches) zu mieten und damit die Insel zu erkunden.

Nach der kurzen Überfahrt stellten wir fest, dass der eigentliche Hafen nur aus einem Baukontainer besteht. Direkt am Hafen gibt es weder Geschäfte (geschweige denn eine Fahrzeugvermietung), noch Unterkünfte oder zumindest Taxis. Also machten wir uns auf den Weg ins Zentrum von Poros. Das heißt: zu Fuß den Trampelpfad entlang der Straße bergauf - und dem Zentrum entgegen wieder bergab. In Poros angekommen stellten wir fest, dass gerade Mittagszeit ist und somit die Geschäfte geschlossen haben. So nutzten wir die Gunst der Stunde um erstmal einen Frappe zu trinken und den Ort zu erkunden. Trotz der Urlaubszeit ist Poros ein recht verschlafener Ort – in dem man hauptsächlich Einheimische trifft.

Die einzige Fahrzeugvermietung am Platz teilte uns dann freundlicherweise mit, dass alle Roller bereits vermietet sind, wir den falschen Führerschein haben und ein kleines Auto für 24 Stunden € 70,-- kostet. Alles klar...

Das veranlasst uns dazu, mit dem Taxi-Boot in den nächsten Ort zu fahren. (Der Kapitän des Bootes saß zufällig zuvor im Cafe neben uns) Für ca. € 7,-- pro Person saßen wir 60 Minuten später in dem kleinen Boot und düsten an der Küste entlang in das südlich gelegene Skala. Die Fahrt war etwas improvisiert aber auf jeden Fall ein gelungener Zufallstreffer. Es bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die steinigen und dennoch grünen Küsten, die Berge und natürlich das Meer. Nach dem einen oder anderen kurzen Zwischenstopp, bei dem andere Fahrgäste ein- oder ausstiegen, hatten wir unser Ziel erreicht und erkundeten (immer noch mit der schweren Reisetasche bepackt) den, etwas touristischer ausgelegten, Ort.

Zwei Fahrzeugvermietungen später wussten wir dann, dass der Roller nur für 48 Stunden zu vermieten ist und dann soviel kostet wie ein Auto in Poros. Die Preise für einen Mietwagen habe ich aus gutem Grund verdrängt. (Ich erwähne jetzt auch nicht, dass wir mit dem Taxi zurück nach Poros gefahren sind und dort das Auto für 24 Stunden gemietet haben)...

Endlich mit einen mobilen Untersatz (und der Reisetasche im Kofferraum) – ging´s erst mal an den Kiesstrand von Poros zum Baden. Dieser besteht aus feinen, bunten Kieselsteinchen - wodurch das Wasser der Bucht glasklar in der Sonne glänzt. Nach einem lecker Mittagessen in einem der unzähligen Restaurants am Weg waren wir dann auch wieder versöhnt und genossen die Rundfahrt mit unserem kleinen roten Flitzer. Das Landesinnere ist sehr hügelig und felsig – es wachsen hauptsächlich Olivenbäume und Zypressen.

Mit unserem Inselplan ging es dann an der Ostküste entlang Richtung Sami. Dort angekommen suchten wir erst mal eine Unterkunft. Wie sich herausstellte sind die Hotels sehr teuer, jedoch kann man in den Pensionen mit den Inhabern etwas handeln und einen akzeptablen Preis vereinbaren.

Kaum hatten wir das Zimmer inspiziert ging es weiter an den Antisamos-Strand. Auf einer kurvigen Bergstraße geht es in Richtung Strand – an deren Ende kostenpflichtige „Parkgelegenheiten“ auf die Besucher warten. Wir waren wohl etwas spät dran, denn wir waren fast alleine – was auch daran gelegen haben könnte, dass die Sonne so tief hinter dem Berg stand, dass der Strand zwischenzeitlich komplett im Schatten lag. Der Strand ist vor allem durch den Film Captain Corelli´s Mandolin bekannt. Durch den groben Kies ist auch hier das Wasser glasklar. Es bietet sich eine wunderbare Kulisse von direkt ins Meer abfallenden, dicht bewaldeten Hängen. Für die (bei Sonnenschein wohl vorhandenen) Touristen stehen eine Bar, ein Restaurant und ein Kiosk bereit.

Nachdem wir geschätzte 300 Fotos gemacht haben, hieß es zurück fahren, hübsch machen und auf ins abendliche Treiben von Sami. Die Hafenpromenade wird abends für den Verkehr gesperrt und die Geschäfte, Restaurants und Cafes machen sich breit. Die Entscheidung für ein Restaurant trifft man am besten spontan, je nachdem welches Angebot die aktuelle Stimmung am besten trifft. Von gekochten, einheimischen Gerichten bis hin zum Wrap-to-go ist alles zu haben. Ein abendlicher Spaziergang rentiert sich hier garantiert denn die Geschäfte haben bis spät am Abend geöffnet.

Am nächsten morgen starteten wir, nach einem Frühstück an der Hafenpromenade, zum zweiten Teil unserer kurzen Rundfahrt. Unser Ziel: Melissani. Der, in einer Grotte gelegene, unterirdische See ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Über eine Treppe gelangt man zu einem Steg, von dem aus der See mit Ruderbooten umrundet wird. Außer dem Souvenir-Shop am Ausgang gibt es hier nichts (nicht einmal ein Cafe!!)

Leider mussten wir uns jetzt schon auf den Heimweg machen – den Hauptort Argostoli haben wir daher nur aus der ferne gesehen. Schnell noch das Auto in Poros zurückgegeben – die nette Dame dort solange bequatscht bis sie uns zum Hafen gefahren hat - dort den letztlich doch recht gelungenen Ausflug nach Kefalonia bei einem Abschluss-Frappe Revue passieren lassen und mit der Fähre zurück aufs Festland.

 

Fazit:

Beim nächsten mal werden wir mehr Zeit einplanen und unser eigenes Auto mitnehmen – das haben wir am Festland zurückgelassen in der Hoffnung, mit dem beim Ticket gesparten Geld auf Kefalonia einen Roller mieten zu können. Für eine richtige Inselrundfahrt sollte man jedoch mit einem nicht so schwach motorisierten Auto fahren – unser gemieteter Chevrolet Matiz hat sich an der ein oder anderen Steigung schon schwer getan :o)

Zuvor müssen wir aber erst alle anderen Inseln Griechenlands abarbeiten...

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