Kastro-Kyllini

Kategorie: Festland , Alle Berichte

Die Wahlheimat der Väter

Dass nur ein halber Grieche in mir steckt, dürfte ja bereits bekannt sein. Meine griechischen Wurzeln entspringen eigentlich in Athen. Als es jedoch darum ging ein Domizil für die Familie in Griechenland zu finden, blieben mein Vater und meinem Onkel in Kastro hängen. Jeder, der schon mal dort war, versteht wohl auch warum.

Kastro (Κάστρο) liegt im Nordwesten des Peloponnes und bildet zusammen mit den Orten Andravida, Lechena und Vouprassia die Gemeinde Kyllini. Die Ortschaft Kastro hat etwa 800 Einwohner (im Sommer natürlich mehr als im Winter).  Der Hafen von Patras ist etwa 80 km entfernt. Die Einwohner leben von der Landwirtschaft (Oliven, Melonen…) und der Gastronomie.

Bereits von weitem wird der Besucher von der, über dem Ort thronenden Burg, „Chlemoutsi“ begrüßt. Die in den Jahren zwischen 1220 und 1230 errichtete Burg ist eine der größten und am besten erhaltenen Burgen Griechenlands. Der größte Teil der Anlage ist noch in  Originalstruktur erhalten. Im Inneren der Burg ist zwischenzeitlich eine beachtliche Ausstellung entstanden. Ein Besuch lohnt sich alleine wegen dem wunderbaren Ausblick über das Meer und die Nachbarinseln Kefalonia und Zakynthos und die grüne, von Olivenbäumen geprägte, Landschaft im Kontrast dazu. Regelmäßig finden hier auch Open-Air-Konzerte statt - zu den Zeiten erkundigt man sich am besten bei den örtlichen Geschäften.

Über eine enge Straße geht es von der Burg ins Zentrum von Kastro. In der Nähe der Platia finden sich (wie in Griechenland üblich) diverse Cafes, Restaurants und Bars. Der Ort verfügt über eine Busanbindung nach Lechena, sowie verschiedene Einkaufsmöglichkeiten (Gemüseladen, Bäcker, Supermarkt). Außerdem gibt es einen Bankautomaten und (natürlich) Souvenirläden. Durch die großen Hotels in der Nähe finden immer mehr Touristen in den kleinen Ort. Jedoch ist es auch im Sommer nicht überlaufen – und man trifft hauptsächlich Einheimische. Am Schönsten ist es an lauen Sommerabenden in einer der Bars an der Platia zu sitzen und das Treiben zu beobachten.

Folgt man der kurvigen Straße bergab in Richtung Gastouni findet man in einem Pinienwald die noch aus römischer Zeit stammenden Gebäude der Heilquellen von Loutra-Kyllini. Der frisch geschöpfte Schlamm verspricht Heilung bei allen Krankheiten (vergleichbar mit den Mythen über Ouzo). Nach einer kurzen Einwirkzeit wird der Schlamm dann mit schwefelhaltigem Wasser abgewaschen. Wer nicht an die Heilkräfte des Schlamms glaubt hat zumindest babyweiche Haut. Es empfiehlt sich zuvor nichts zu essen, anschließend im Meer zu baden und auf jeden Fall einen Foto mitzunehmen. Die Gegend gilt noch immer als Kurort. Viele ältere Griechen kommen auf Verordnung hierher und nutzen diese Naturheilmethode, oder nehmen an einer Behandlung in ihren Hotels oder dem tiefer im Pinienwald versteckten Behandlungszentrum teil.

Einer der schönsten Sandstrände Griechenlands ist von den Quellen von Loutra-Kyllini nur einige hundert Meter entfernt. Da man in Griechenland jedoch nicht zu Fuß geht – fährt man mit dem Auto etwa 500 Meter weiter – vorbei an der alten Hotelanlage des Xenia-Hotels und parkt entlang der Straße. Entweder bahnt man sich einen Weg durch die Dünen oder benutzt den neu angelegten Durchgang entlang der Strandbar des Grecotels.

Der „Golden Beach“ erstreckt sich über mehrere Kilometer. Am Südlichen Ende liegen die drei Grecotels und stellen für die Hotelgäste Liegen und Sonnenschirme zur Verfügung. Folgt man dem Strandverlauf von hier aus passiert man die ein oder andere Kantina – die jeweils eigene Liegen und Sonnenschirme zur Verfügung stellen (ob, und wie viel diese kosten ändert sich irgendwie jedes Jahr – in 2012 waren dies kostenlos, solange man in der Kantina dann gegessen oder getrunken hat). Auch der Campingplatz, sowie das Hotel „Olympia Golden Beach“ und das „Kyllini Beach Resort“ stellen am Strand Liegestühle und Sonnenschirme für ihre Gäste bereit.

Wenn man rechtzeitig an den Kantinen ankommt, bekommt man meist noch einen Schattenplatz unter den Sonnenschirmen direkt am Meer. Etwas nach hinten versetzt steht dann die eigentliche Kantina und bietet vom frischen Bauernsalat bis hin zum gegrillten Fisch alles was das hungrige Sonnenanbeterherz begehrt. Vorsicht: der kühle Wein und das erfrischende Bier schmecken auch zum Mittagssnack! Cool Ein anschließender Spaziergang entlang des flach abfallenden Sandstrands lohnt sich immer!

Der Golden Beach ist auch über einen Fußweg von Kastro aus zu erreichen. Einfacher ist es jedoch mit dem Auto diesen kleinen Umweg zu fahren. Folgt man von Kastro aus der Straße Richtung Kyllini zweigt diese zum Analipsi-Beach ab – vom Golden Beach nur durch einen Felsvorsprung getrennt. Leider ist der Sand hier nicht so fein aber dennoch ist auch hier immer etwas geboten.

Also, treffen wir euch im Sommer in Kastro?

 

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