Patras

Sunday, 01 July 2012 Kategorie: Festland , Tagesausflug, Alle Berichte

Die Stadt der ankommenden Schiffe

Die Hafenstadt Patras liegt am Golf von Patras und ist durch die vielen Fährverbindungen, vor allem nach Italien, bedeutend. Sie ist außerdem die Hauptstadt Westgriechenlands und die drittgrößte Stadt des Landes. Sie wurde im Laufe der Geschichte mehrfach besetzt und wild umkämpft. Dabei wurde das Stadtbild oft stark beschädigt, was an vielen bedeutenden Bauwerken erkennbar ist.

Bedauerlicherweise kennen viele nur den Hafen der Stadt durch die ankommenden Schiffe. Patras hat jedoch auch viele Sehenswürdigkeiten, hippe Läden und Geschäfte und natürlich Restaurants, Bars und Cafes. Sie braucht sich nicht hinter den bekannten Touristenorten zu verstecken!

Diese Information entnahmen wir also unserem Reiseführer... und planten einen Tagesausflug in die Stadt. Wir starteten bereits in den frühen Morgenstunden und folgten der etwas eigenartigen Verkehrsführung in Richtung „Platia Drion Simachron“ gelegen an der Straße Agio Andreou. Durch die vielen Einbahnstraßen in immer wieder wechselnde Richtungen ist es leider etwas beschwerlich, wenn man mal eine Einfahrt oder Straße verpasst hat.  

Wir parkten unser Auto in einem Parkhaus in der Nähe des Drion Simachron Platz. Hier braucht man doch etwas Gottvertrauen, da man den Schlüssel beim Inhaber abgibt, der das Fahrzeug dann irgendwo parkt und bei Platzmangel auch hin und wieder umparkt. Schnell noch das Parkhaus als Adresse in das mobile Navi eingegeben und zu Fuß zum Drion Simachron Platz gelaufen. Gegenüber befindet sich der Bahnhof, und dahinter der alte Hafen und somit auch das Meer. 

Auf dem Platz befindet sich eine Markierung für den Breitengrad und eine etwas ausgefallene Sonnenuhr. Wendet man sich mit dem Rücken zum Meer hat man einen eindrucksvollen Blick auf die, zum Berg hin leicht ansteigende, Stadt mit den kerzengeraden Straßen. Überquert man von der Mitte des Platzes aus einmal die viel befahrene Straße, gelangt man in die Agio Nikolaou Straße, die hier am Anfang für den Verkehr gesperrt ist. Es machen sich Cafes und Bars zwischen diversen Läden und Boutiquen breit. Wer möchte, sollte sich mit einem kleinen Snack und kalten Getränken versorgen, denn von nun an geht es kreuz und quer durch die Straßen, mit dem Ziel: das Kasto von Patras.

Biegt man am Ende des Fußgängerbereichs sofort nach links ab und folgt dieser Straße bis zur nächsten Kreuzung befindet man sich auf der Platia Olgas. Einem grünen Platz im Herzen der Stadt.

Biegt man am Ende des Fußgängerbereichs jedoch nach rechts ab und folgt der Straße bis zur übernächsten Kreuzung befindet man sich auf dem imposanten Platz „Platia Vaileos Georgiou“. Hier befindet sich das Apollo-Theater und die beiden barocken Brunnen laden zu einer kurzen Pause ein.

Der eigentliche Weg führt jedoch von der Fußgängerzone immer geradeaus zur Treppe Agio Nikolaou (ca. 6 Straßenblocks). Hier beginnt der sportliche Teil. Leider haben wir die Stufen nicht gezählt... und kommt dann endlich das Ende der Treppe in Sicht, erkennt man, dass sich die Straße zum Kastro zu allem Überfluss auch noch bergauf bewegt (aber nur ganz leicht...).

Der Eintritt in die Burg war an diesem Tag kostenlos – wie die Preise so sind können wir daher nicht sagen. Die Gartenanlage innerhalb der Mauern ist sehr gepflegt und alles blüht und sprießt. Die eigentliche Burg ist nicht gut erhalten, jedoch werden auch hier laufend Arbeiten zum Wiederaufbau der Grundmauern durchgeführt und Ausgrabungen vorgenommen. Wen diese Atmosphäre noch nicht für den Aufstieg entschädigt hat, der dürfte spätestens beim Ausblick vom höchsten Punkt der Burg auf die darunter liegende Stadt, den Hafen und das Meer wieder versöhnt sein. Wenn die Stadt in der Hitze des Tages flirrt, das Meer ruhig liegt und blau in der Sonne strahlt, und die grünen Flächen der Stadt wie kleine Ruhepunkte wirken.

Unser Rückweg führte uns am Fuße der Burg erst rechts in Richtung der Treppen. Auf halben Weg zweigt die Panagouli Straße ab. Diese führt vorbei am Krankenhaus und der Jesus Christus-Kirche.  In Front der Kirche teilt sich der vorgelagerte Grünsteifen und man folgt der Ilias-Straße bis zur nächsten Kreuzung. Dort bogen wir nach rechts in die Paleon Patron Germanou ab. Hier fanden wir endlich ein putziges kleines Cafe / Restaurant, in dem wir eine leckere Pikilia bekamen (die Spezialitäten des Hauses auf einer Platte). Dazu gab es ein erfrischendes FIX-Bier und zum Nachtisch Vanillia (Griechische Süßigkeit).  

Frisch gestärkt traten wir nun entgültig den Rückweg an. Vorbei am Römischen Theater und dem Agiou Georgiou Platz ging es mit Hilfe des mobilen Navis zurück zu unserem Auto. Das war tatsächlich noch da und der Besitzer erkannte uns bereits von Weitem und hatte das Auto auch sofort parat.

Mit dem mobilen Untersatz kurvten wir dann noch zum anderen Ende der Stadt und betrachteten die Rio Antirio Brücke. Wir haben kurz überlegt, ob wir zum Spaß einfach mal hinüber fahren sollen – aber da der „Spaß“ pro Überfahrt etwa 14 Euro kostet haben wir es dann doch dabei belassen. Auf dem Landzipfel rechts der Brücke befindet sich das Fort Rio – dieses steht für unseren nächsten Besuch in Patras bereits fest auf unserem Programm.

Google Maps Eintrag

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